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Teepflanze
Weißer, grüner, Oolong-, schwarzer Tee und Pu-Erh stammen alle von derselben Pflanze: Camellia sinensis. Den Unterschied macht allein die Verarbeitung – vor allem, wie stark die Blätter oxidieren dürfen.
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Anbau
Die Plantage Gorreana auf der Azoreninsel São Miguel produziert seit 1883 Tee und ist die älteste noch aktive Teeplantage Europas. Das milde Atlantikklima macht den Anbau ohne Pestizide möglich.
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Kultur
Deutschlands Teeweltmeister leben in Ostfriesland: Rund 300 Liter Tee trinkt dort jeder Mensch pro Jahr – mehr als in Großbritannien.
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Kultur
Ostfriesische Teezeremonie: Erst ein Kluntje (Kandis) in die Tasse, dann heißer Tee, zuletzt Sahne vorsichtig am Rand hinein – das „Wulkje“. Umgerührt wird nicht, und unter drei Tassen gilt als unhöflich.
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Geschichte
Der Legende nach entdeckte der chinesische Kaiser Shen Nong den Tee um 2737 v. Chr., als einige Blätter in sein kochendes Wasser wehten.
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Geschichte
Der erste Tee kam Anfang des 17. Jahrhunderts mit der Niederländischen Ostindien-Kompanie nach Europa – zunächst als teure Arznei und Luxusware.
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Geschichte
Den Afternoon Tea erfand um 1840 Anna Russell, Herzogin von Bedford: Ihr wurde die Zeit zwischen Mittagessen und spätem Abendessen zu lang.
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Geschichte
Bei der Boston Tea Party 1773 warfen Kolonisten 342 Kisten Tee der East India Company ins Hafenbecken – ein Auslöser der Amerikanischen Revolution.
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Geschichte
Eistee wurde 1904 auf der Weltausstellung in St. Louis berühmt: Bei großer Hitze goss der Teehändler Richard Blechynden seinen heißen Tee über Eis.
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Geschichte
Um 1908 verschickte der New Yorker Händler Thomas Sullivan Teeproben in kleinen Seidenbeuteln. Seine Kunden brühten sie einfach direkt auf – der Teebeutel war geboren.
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Geschichte
Der heute übliche Doppelkammer-Teebeutel ist eine deutsche Erfindung: Adolf Rambold entwickelte ihn 1949 in Düsseldorf.
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Anbau
„Darjeeling“ ist eine geschützte Herkunftsbezeichnung. Nur Tee aus den rund 87 Teegärten des Distrikts am Fuß des Himalaya darf so heißen.
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Anbau
First Flush, Second Flush: Der First Flush wird im Frühjahr (März/April) gepflückt und schmeckt hell und blumig, der Second Flush im Frühsommer ist vollmundiger und würziger.
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Anbau
1823 entdeckte der Schotte Robert Bruce in Assam eine wild wachsende, großblättrige Teepflanze. Daraus entstand das größte zusammenhängende Teeanbaugebiet der Welt.
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Anbau
Rooibos wächst nur in den Cederbergen nördlich von Kapstadt. Versuche, ihn anderswo anzubauen, sind bisher weitgehend gescheitert. Der Name heißt auf Afrikaans „roter Busch“.
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Anbau
Für Matcha werden die Teesträucher einige Wochen vor der Ernte beschattet. Dadurch werden die Blätter besonders grün und bekommen ihren typischen Umami-Geschmack.
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Anbau
Wild kann die Teepflanze zu einem Baum von über 15 Metern heranwachsen. Auf Plantagen wird sie auf Hüfthöhe gestutzt, damit sie gut gepflückt werden kann.
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Anbau
„Two leaves and a bud“ – zwei Blätter und eine Knospe: Das ist die klassische Pflückregel für hochwertigen Tee.
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Sorten
„Orange Pekoe“ hat nichts mit Orangen zu tun. Die Bezeichnung beschreibt die Blattgröße; der Name geht vermutlich auf das niederländische Königshaus Oranien zurück.
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Sorten
Hinter Kürzeln wie FTGFOP steckt eine Qualitätsangabe: „Finest Tippy Golden Flowery Orange Pekoe“ – ein Tee mit vielen goldenen Blattspitzen.
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Sorten
Earl Grey ist nach Charles Grey benannt, britischer Premierminister von 1830 bis 1834. Sein Aroma stammt von der Bergamotte, einer Zitrusfrucht.
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Sorten
Gunpowder heißt so, weil die zu kleinen Kügelchen gerollten Blätter an Schießpulverkörner erinnern. Im heißen Wasser entfalten sie sich wieder zu ganzen Blättern.
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Sorten
Für Jasmintee wird grüner Tee mehrmals mit frischen Jasminblüten geschichtet. Die Blüten öffnen sich nachts und geben ihren Duft an die Teeblätter ab.
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Sorten
Früchte- und Kräutertee sind genau genommen gar kein Tee: Lebensmittelrechtlich heißen sie „teeähnliche Erzeugnisse“, weil sie nicht von der Teepflanze stammen.
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Sorten
Mate wird in Südamerika traditionell aus einem ausgehöhlten Kürbis getrunken – mit einem Metallstrohhalm, der „Bombilla“, der die Blätter herausfiltert.
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Kultur
In Marokko wird Gunpowder-Grüntee mit frischer Nana-Minze und Zucker aufgegossen – aus großer Höhe, damit sich im Glas Schaum bildet.
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Kultur
Den höchsten Teeverbrauch pro Kopf hat die Türkei mit rund 3 kg im Jahr. Zubereitet wird er in der Çaydanlık, einer Doppelkanne mit Wasser unten und Teesud oben.
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Kultur
Die japanische Teezeremonie Chanoyu – „heißes Wasser für Tee“ – ist eine eigene Kunstform. Jeder Handgriff, vom Reinigen der Schale bis zum Aufschlagen des Matcha, folgt festen Abläufen.
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Kultur
Nach Wasser ist Tee das meistgetrunkene Getränk der Welt.
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Zubereitung
Kalkhaltiges Wasser lässt Tee trüb werden und bildet eine Haut an der Oberfläche. Weiches oder gefiltertes Wasser bringt das Aroma besser zur Geltung.
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Zubereitung
Faustregel für die Temperatur: Je weniger ein Tee oxidiert ist, desto kühler das Wasser. Grüner Tee mag etwa 80 °C, schwarzer Tee, Früchte- und Kräutertee sprudelnd kochendes Wasser.
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Zubereitung
Tee mag es dunkel, trocken und luftdicht. Und bitte nicht neben Gewürzen lagern – Teeblätter nehmen fremde Gerüche schnell an.